Genealogy Gerlach Bargon

Chronik der Familie Bargon
Niedergeschrieben von Dr. Anton Wilhelm Bargon
Geschichtlicher Überblick

Für die Niederschrift, die über die Herkunft meiner Ahnen berichtet, benutzte ich hauptsächlich die alten Kirchenbücher der katholischen Pfarrgemeinde Hasselbach, Kreis Usingen, Hessen, sowie unterlagen aus dem Archiv der Stadt Liege (früher Lüttich) in Belgien. 

Das Dorf Hasselbach liegt abgeschieden von allem Verkehr und ist nur über die Landstrasse zu erreichen. Ich habe das Dorf, das auf mich einen recht dürftigen eindruck machte, im Jahre 1928 aufgesucht. Es wohnten damals im Dorfe mehrer Familien, die Träger meines Familiennamens waren. Unter diesen befand sich ein altes Ehepaar, das im gleichen Jahr ihre diamantene Hochzeit feierte. Einen Sohn dieses Paares habe ich damals auch kennen gelernt. Ich konnte mich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Einwohner des Dorfes in ärmlichen Verhältnissen lebten. Diese bescheidenen Verhältnisse prägten auch das Aussehen des ganzen Dorfes. 

Die Geschichte des Dorfes Hasselbach ist bis in das dreizehnte Jahrhundert belegt. Danach gehörte Hasselbach zum Kirchenspiel Rod an der Weil. Nach einer noch vorhandenen Urkunde aus dem Jahre 1317 gehörte das Dorf den Herren von Limburg. Im Jahre 1420 kam Hasselbach, durch das Aussterben des Geschlechtes von Limburg an den Kurfürsten von Trier, der in Personalunion auch als Bischof residierte. 

Im Jahre 1806, als im Zuge der Säkularisation aller weltliche Besitz der Kirche an die weltlichen Fürsten abgetreten werden musste, kam Hasselbach an den Fürsten von Nassau, dem bereits seit 1427 ein Viertel des Dorfes gehörte. 1866 fiel Hasselbach ebenso wie das Fürstentum Nassau an Preußen. 

In dieses Dorf ist der Ahnherr Georges Barchon aus Chevron/Lüttich eingewandert. Die Einwanderung muss nach dem Jahre 1665 erfolgt sein, denn sein Sohn Gerlach wurde noch am 07.12.1665 in Chevron geboren. Im Kirchenbuch der Pfarrei von Hasselbach ist der Ort Chevron fälschlicherweise als Sheeforth eingetragen worden. Chevron liegt in der Diözese Lüttich 30 km südöstlich von der Stadt Lüttich und 10 km nördlich der Kleinstadt Lierneux. Die Bevölkerung dieser Gegend war damals vorwiegend flämischen und nur zum geringen Teil Wallonischen Volkstums. 

In nordöstlicher Richtung von der Stadt Lüttich entfernt, liegt das Dorf Barchon. Dieser Ort war im ersten Weltkrieg (1914 – 1918) ein Fort. Ort und Fort sind aber auf Landkarten nicht mehr verzeichnet. Es darf vermutet werden, dass die Sippe meiner Vorfahren den Familiennamen Barchon von dieser Ortschaft entlehnt hat. 

Im Kirchenbuch des Pfarrei Hasselbach ist unter dem 12.11.1741 die Geburt eines Sohnes mit dem Vornamen Gerlach und dem Familiennamen Barchon eingetragen. Dieser Familienname ist identisch mit dem Namen der Ortschaft Barchon, dessen Fort zur Festung Lüttich gehörte. 

Die Zerstörungen und die Not während des dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648), die nachfolgenden Wirren und die Armut in Flandern, wo ein besonders heftiger Religionskrieg tobte, werden die Veranlassung für die Auswanderung des Ahnherrn Georges Barchon gewesen sein. 

Die Ortschaft Hasselbach war als Zufluchtsort besonders attraktiv, weil die Bevölkerung dieses Ortes frei von Fron- und Spanndiensten gewesen ist. 

Das Dorf war im Jahre 1441 unter dem Kurfürsten und Erzbischof Jakob Sierk und dem Grafen Philipp von Nassau zur Stadt erhoben worden. Später wurde Hasselbach zu einer Festung ausgebaut. Die Einwohner von Hasselbach genossen durch Edikt des damaligen König und späteren Kaiser Friedrich III, aus dem Hause Habsburg, die gleichen Rechte und Freiheiten, wie sie die Stadt Frankfurt am Main besaß. Eine Abschrift dieser Urkunde war im Pfarrarchiv der katholischen Pfarrgemeinde Hasselbach einzusehen. 

Das kaiserliche Privileg, das die Einwohner von Fron- und Spanndiensten befreite, dürfte zur damaligen Zeit ein besonderer Anreiz für die Zuwanderung gewesen sein. Dies gilt besonders für die Menschen, die aus Regionen kamen, deren Land verwüstet und deren Bevölkerung ausgeplündert worden war. 

Aus dem Kirchenbuch des Pfarramtes Hasselbach ist zu entnehmen, dass sich der Sohn des Georges Barchon, Mathieu Barchon, der noch in Chevron. Diözese Lüttich. geboren worden war, mit Anna Dorothea Urban am 05.04.1701 in Hasselbach verehelichte. In einer späteren Urkunde wurde der Taufname Matthieu in Matthäus abgewandelt. 

Der Einwanderer Georges Barchon, der am 18.03.1674 in Hasselbach verstorben ist, hatte acht Kinder: Pirotte geboren in Chevron, gestorben am 05.08.1682 in Deutschland. Georges geboren am 04.03.1653 in Chevron, gestorben am 20.02.1683 in Chevron. Gertrude, geboren am 16.03.1657 in Chevron, heiratete dort Jean Denys. Marie geboren am 02.04.1660 in Chevron. Henri geboren am 14.02.1663 in Chevron. Gerlach geboren am 07.12.1665 in Chevron. Dieser Gerlach wohnte später in Seelenberg im Taunus und war am 25.1.1702 in Hasselbach Taufpate bei Gerlach, dem Sohn seines Bruders Matthäus. Jean starb vor der Erbteilung am 04.02.1688 (Gerichtshof Chevron). Mathieu (später Matthäus), das jüngste Kind des Einwanderers Georges Barchon starb 24.09.1729 in Hasselbach. 

Matthäus Barchon, der am 05.04 1701 in Hasselbach Anna Dorothea Urban heiratete, hatte zwei Söhne. Gerlach geboren 1701, bei dessen Taufe am 25.01.1702 der Bruder des Matthäus, ebenfalls Gerlach geheißen, Taufpate war. Der zweite Sohn Johannes Adam geboren am 21.07.1704 in Hasselbach, heirate am 02.05 1730 in Hasselbach Anna Maria Ox. Dieses Paar hatte nur einen Sohn namens Gerlach, der am 12.11.1741 in Hasselbach geboren wurde. Gerlach heiratete am 06.03.1764 in Hasselbach Anna Maria Karst. Aus diese Ehe gingen sieben Kinder hervor und zwar fünf Söhne und zwei Töchter. Alle Nachkommen aus diesem Gerlach-Stamm werden bis 1928 in der Bevölkerung von Hasselbach die „Gerlachs“ genannt. Der Name Gerlach ist gleichsam ein Vulgonamen für diesen Stamm der Bargons geworden. 

Als ich im Jahre 1928 Hasselbach besuchte und mich mit dem betagten Mann, den ich bereits erwähnte und der kurz vor seiner diamantenen Hochzeit stand, unterhielt, fragte mich dieser alte Mann nach dem Namen meines Großvaters. Als ich ihm die Vornamen meines Großvaters nannte, zählte er mir die folgende Geschlechterreihe auf: „Ihr Großvater Johann Anton, das ist der Sohn von Gerlach Michel seinem Philipp.“ Wie ich später feststellen konnte hatte die Geschlechterfolge seine Richtigkeit. Philipp war mein Urgroßvater, dessen Vater hieß Michael. 

Dieser Michael war einer der fünf Söhne des Gerlach der am 25.05.1774 in Hasselbach geboren wurde. Die Namen und Geburtstage der Kinder des Gerlach waren: Jakob geboren 26.03.1765, Anna Maria geboren 20.02.1769, Johann geboren 22.09.1771, Michael geboren 25.05.1774 (Ahnherr meiner Linie), Katharina geboren 06.04.1777, Matthias geboren 09.07.1782, Heinrich Josef geboren 15.01.1785. Mein Ahnherr Michael verehelichte sich am. 11.04.1804 mit Anna Maria Belz. Bei der Eintragung dieser Eheschließung im Kopulationsbuch der Pfarrei Hasselbach erscheint erstmalig die heutige Schreibweise „Bargon“. Die Namensbezeichnung Barchon taucht danach nicht mehr auf. Damit hat die Namensbezeichnung Bargon für die folgenden Geschlechter in alle Urkunden Einzug gehalten. Alle Personen, die den Namen Bargon tragen, sind sehr wahrscheinlich Nachkommen eines der fünf Söhne des Gerlach Bargon, der am 12.11.1741 in Hasselbach geboren und am 24. 05.1796 in Hasselbach verstorben ist. Drei Söhne dieses Gerlach nämlich Michael, Jakob und Johann wohnten in Hasselbach. Der Sohn Matthias übersiedelte nach Mainz und der Sohn Heinrich-Josef verzog nach Anspach, Kreis Usingen. Der Sohn Michael geboren am 25.05.1774 in Hasselbach, gestorben am 28.01.1840 in Hasselbach, hatte vier Kinder: Dorothea geboren am 18.08.1806, Philipp geboren am 29.03.1808, Franz geboren am 02.03.1810, Johann geboren am 01.07.1812. 

Die 1928 noch in Hasselbach ansässigen Familien Bargon entstammten den beiden Söhnen des Michael, dem Franz und Johann oder den beiden Söhnen des Gerlach, dem Jakob und Johann. 

Der Ahnherr meiner Linie ist Philipp, der Sohn des Michael, der seinerseits ein Sohn des Gerlach (1741 – 1796) war und der noch den Namen Barchon getragen hat. 

Im Raume von Mainz und Wiesbaden leben Familien mit dem Namen Bargon, die von dem Sohn Matthias, dessen Vater Gerlach Barchon war, abstammen. Der Sohn Heinrich-Josef, der nach Anspach verzogen war, hatte zwei Söhne, die in Anspach die Schule besuchten. Zur damaligen Zeit gab es in Anspach keine Schule, in der katholischer Religionsunterricht gegeben wurde. Die beiden ältesten Söhne nahmen deshalb an dem evangelischen Religionsunterricht und am Konfirmandenunterricht teil. Aus diesen beiden Söhnen des Heinrich-Josef Bargon, aus Anspach, ging die evangelische Linie der Bargon hervor. Nachkommen dieser evangelischen Linie wohnen im Raume Hilgen bei Düsseldorf. 

Die Mainzer Linie ist katholisch geblieben und hat mehrer katholische Geistliche hervorgebracht. Einen Angehörigen dieser Linie, der Pfarrherr von Haßlach, Adam Bargon, habe ich 1928 persönlich kennen gelernt. 

Der Sohn des Michael Bargon, Philipp Bargon, geboren am 29.03.1808 wanderte von Hasselbach ab und wurde in Donrath, Pfarrei Lohmar/ Siegkreis, Regierungsbezirk Köln, ansässig. In Lohmar heiratete Philipp Bargon am 06.07.1837 Wilhelmine geborene Brambach. Das Paar hatte 6 Söhne und 3 Töchter: Johann geboren am 19.11.1843, Getrud geboren? Goswin geboren? gestorben am 26.06.1909, Heinrich geboren am 25.02.1849, gestorben am 11.11.1932, Agnes geboren?, Theodor geboren?, gestorben 22.11.1855, Josef geboren?, gestorben 1931, Katharina geboren? 

Johann Anton Bargon und sein Bruder Heinrich, beides Söhne des Philipp Bargon verließen Donrath und übersiedelten nach Troisdorf. Der älteste Sohn des Philipp Bargon, Johann verließ ebenfalls Donrath und wurde in Oberlar bei Troisdorf ansässig. Nur der jüngste Sohn des Philipp Bargon, namens Josef, blieb in Donrath beheimatet und ist auch dort 1931 verstorben. 

Johann Anton Bargon heiratete am 02.10.1869 in Troisdorf Anna Maria Klein. Dieses Paar hatte sechs Söhne und fünf Töchter: Wilhelm geboren am 14.09.1869, gestorben am 13.04.1929, Helene geboren am 28.09.1870 gestorben am 21.01.1871, Heinrich geboren am 20.08.1871, Maria geboren am 01.04.1873, Gertrud geboren am 30.09.1875, Johann Anton geboren am 26.04.1877, Gottfried, genannt Fritz, geboren am 25.06.1878, Josef geboren am 18.03.1880, Johann-Franz geboren 24.09.1881, Margarethe geboren am 07.06.1884, Therese geboren am 22.09.1886. 

Wilhelm Bargon, der älteste Sohn des Johann Anton Bargon, heiratete am 06.07.1895 in Köln Anna Christina Niesen. Das Paar hatte drei Söhne und eine Tochter: Dr. Anton Wilhelm Bargon geboren am 04.11.1895 in Troisdorf, gestorben am 29.07.1962 in Marburg/Lahn, Karl Bargon geboren am 18.01.1897 in Troisdorf, gestorben am 10.10.1965 in Wesel, Heinrich Bargon geboren am 12.01.1900 in Troisorf, gestorben am 16.04.1977 in Siegburg, Maria Rosa Christina Bargon geboren am 19.02.1904, gestorben 1954. 

Dr. Anton Wilhelm Bargon heiratete am 19.10.1926 in Magdeburg Johanna Elisabeth Escher und verließ Troisdorf. Er wohnte in Hamborn, Dinslaken, Berlin, Gleiwitz, Wildon bei Graz, Bonn und Salzgitter-Lebenstedt. Dieses Paar hatte zwei Kinder: Dr. Gerlach Wilhelm Bargon geboren am 23.12.1927 in Hamborn und Dr. Nina Elisabeth Bargon geboren am 25.08.1931 in Dinslaken. 

Anmerkungen des Dr.Gerlach Bargon: 
Der Ahnenherr der Barchon-Linie, Gerlach Barchon, der 1695 nach Seelenberg einwanderte und der erster bestellter Bürgermeister des wieder errichteten Ortes war, ist der Sohn des Georges Barchon, der noch in Chevron, Diözese Liége, geboren wurde und am 18.03.1674 in Hasselbach verstorben ist. Dieser Gerlach Barchon ist am 07.12.1665 in Chevron geboren. Er ist der Bruder des Mathieu Barchon, der ebenfalls in Chevron geboren wurde und am 24.09.1729 in Hasselbach verstorben ist und der Stammvater der Hasselbacher Linie ist. 

Weil der Gerlach Barchon aus Seelenberg mit seinem Vater schon vor 1674 nach Hasselbach kam und dann offenbar von Hasselbach nach Seelenberg zog, beherrsche er schon die Deutsche Sprache. Dieser Gerlach Barchon ist somit der Stammvater der Seelenberg - Linie der Barchon. 

Es würde mich freuen, wenn ich Ihnen mit diesen Angaben bei Ihrer Nachforschung behilflich sein konnte. 

Mit freundlichen Grüssen Ihr Prof.Dr.Gerlach Bargon