Genealogy Georges Barchon

Georges BARCHON

In der unmittelbaren Nähe von Lüttich gibt es heute noch eine Ortschaft namens "Barchon". Es war ursprünglich ein Lehenshof, also ein Adelssitz, um den sich in den späteren Jahrhunderten ein Dorf gebildet hat. Ob unsere Vorfahren von diesem Lehens­hof abstammen ist nicht mehr nachzuweisen, aber sehr stark anzu­nehmen. Möglicherweise hat ein oder mehrere Barchon's sich in der Umgebund verheiratet und angesiedelt, dennes wird ja auf dem Hof sicher nicht unbegrenzt Platz gewesen sein. Im Prinzip wie es heute auch ist. Ob Georges in Chevron geboren wurde oder nur dort wohnte ist nicht bekannt, man kann nur spekulieren. Auch über die Abwanderung ist nicht's endgültiges au sagen. Vermutlich ist es so gewesen, daß Georges BARCHON zusammen mit den Kindern: Pirotte, Henri, Gerlach und Matthieu sicher nach Deutschland kam. Pirotte ist 1682 in Deutschland gestorben, sicher Hasselbach (Die Kirchenbücher in Hasselbach beginners erst 1700). Von Gerlach und Matthieu wissen wir wann sie in Hasselbach und Seelenberg gestorben sind und in Finstertal bei Seelenberg taucht um 1700 ein Heinrich BARCHON auf (sicher Henri-Heinrich). Vom Alter her kann das stimmen.

Georges BARCHON ist wie bekannt 1674 in Hasselbach verstorben, seinen jüngsten Kinder Gerlach und Matthieu beide noch in Chevron/Lütticherland geboren. Wenn Matthieu der Jüngste war, so muss er ja nach Gerlach geboren sein, also nach 1665. Da alle 2 bis 3 Jahre die Kinder der Familie zur Welt kamen, kann man davon aus­gehen, das Matthieu zwischen 1666 und 68 geboren wurde. Demnach ist die Urfamilie zwischen dem Jahre 1668 und 1674 nach Hasselbach eingewandert.

Im Todesjahr des Urvater's Georges (1674) waren also die möglicher mitgekommenen Kinder Pirotte etwa anfang bis mitte 30 und Henri exakt 11 Jahre alt. Die als sicher mitgekommenen Kinder Gerlach und Matthieu waren 9 Jahre und zwischen 6 und 8 Jahren (Matthieu). Ob weitere Verwandschaft der BARCHON's mitgekommen ist nicht bekannt, aber fast ausgeschlossen, weil keine anderen Namen in der Umgebung auftauchen. Die Familie hier bei uns ist von diesem Stamm ausgegangen.

Es taucht wohl aber eine alte Frau in Seelenberg auf, die 1693 im Alter von 90 Jahren gestorben ist. Es könnte sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Mutter des Urvater's Georges gehandelt haben. Sie war demnach 1603 geboren, hätte dann 20 bis 25 Jahre später geheiratet, demnach wäre Georges zwischen 1623 und 28 geboren, was wiederum die Vermutung stärkt, daß Georges 20 bis 25 Jahre später geheiratet hat und somit die älteste, Pirotte, Ende der 1640er und Anfang der 1650er Jahre geboren worden wäre. Das alles würde eine fast lückenlose Kette ergeben.

Von der Ehefrau des Georges, Jeanette, höhrt man nichts. Vieleicht ist sie bei der Geburt des letzten Kindes (Matthieu) gestorben und Georges BARCHON ist nun mit seiner Mutter (sie hiess Anna) seiner Ältesten (Pirotte) sicher um die 20 Jahre alt zum Zeitpunkt der Auswanderung und den drei kleinen Buben, Henri 11, Gerlach 9 und Matthieu 6-8 Jahren, nach Deutschland gekommen. Das Lüticher Land hat damals noch zum Deutschen Reich gehört. Belgien ist erst später gegründet worden.

Das sind zwar alles keine 100% igen Fakten, aber dock sehr logisch und zusammenhängend. Ein großer Teil davon ist jedoch wie bekannt erwiesen.

Zu der, mit großer Wahrscheinlichkeit, Mutter des Georges ist zu sagen, dass im Kirchenbuch Reifenberg der Eintrag steht:
Gestorben,  Anna BARCHONIN, eine Welche (Wallonin) von 90 Jahren, Sterbedatum der 18 August 1693.

Die Familie BARCHON ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit anderen Familien ausgewandert. Zur gleichen Zeit tauchen in der genannten Gegend um Hasselbach, Reifenberg und Seelenberg folgende Familien auf, die alle aus dem Lütticher Land kommen, so laut Kirchenbüchern.

Im Einzelnen handelt es sich um die Familien:

  • Peter BASSIN aus Chalet,  Lütticher Land
  • Leonhard COLLET, Lütticher Land
  • Franz BOVI, aus Chevron (wie Barchon)
  • Kilian PENSON, Lütticher Land
  • Fam. BOULLON, Lütticher Land
  • Fam. SOUGNEÉ, Lütticher Land

Dies sind nur ein Teil der Familien, die ich aus dem Kirchenbuch eindeutig dem Lütticher Land zuordnen konnte. Viele weitere Namen in Hasselbach und Seelenberg und der näheren Umgebung deuten auch auf einen wallonischen Ursprung. So auch die Familien MOLITRIX und ESTIENNE,  die bei den BARCHON's Taufpaten stellten.

Gerlach BARCH0N

Gerlach ist der Stammvater unserer Linie. Er war es, der mit 9 weiteren Familien den Ort Seelenberg, nach der Verödung, im Jahre 1696 wieder neu gründete. Die 10 Familien kamen aus der näheren und weiteren Umgebund, darunter auch zwei, die Fa­milien BASSIN und COLLET, aus dem Lütticher Land (Näheres hierzu s die Fotokopien aus der Seelenberger Geschichte).

Gerlach wurde von den übrigen Familien zum 1. Prätor (Schultheiss) des neuen Dorfes gewält.Gerlach hatte vermutlich schon vor der Gründung von Seelenberg in Reifenberg mit seiner Frau gewohnt. Sein erstes Kind, Maria Amalia, ist noch vor der Gründung in Reifenberg geboren worden. Sicher hat er, als er noch mit seiner Familie in Hasselbach wohnte, seine Frau aus Reifenberg kennengelernt ist dann nach der Heirat dorthin gezogen.

Sein Bruder Matthieu (Matthäus) ist in Hasselbach geblieben und hat dort die Hasselbacher Linie begründet. Er heiratete dort am 5.4.1701 die Anna Dorothea URBAN. Als aus dieser Ehe ein Sohn geboren wurde, war der Gerlach aus Seelen­berg Taufpate und der Sohn des Matthieu wurde Gerlach genannt, also Gerlach II. Aus diesen beiden Gerlach's ergeben sich die vielen Vor­namen Gerlach in Hasselbach und bei anderen Bargon's in Deutschland.

Johann Matthäus BARCHON

Er war der jüngste Sohn des Gerlach und heiratete die Maria Elisabetha BASSIN. Die Familie BASSIN war auch eine der Gründer­familien von Seelenberg und stammte auch aus dem Lütticher Land, aus Chalet. Der Vater Petrus BASSIN kam aus Chalet und die Mutter kam aus Chevron und war eine geborene BOVI, ihr Vater Franz BOVI kam ebenfalls aus Chevron. Zur Erinnerung, aus Chevron kamen die BARCHON's.

Johann Matthäus ist mit 27 Jahren sehr früh verstorben und seine nunmehrige Witwe heiratete nach der Trauerzeit 1729 den Anton LAXNER aus Seelenberg. Anton LAXNER war der Bruder des Wilhelm LAXNER, der bei dem 2. Kind des Johann Matthäus Taufpate war.

Johann Wilhelm BARCHON

Er war das 2. Kind des vorigen Johann Matthäus und dessen Taufpate, Wilhelm LAXNER, heiratete ja dann die Witwe des Johann Matthäus. Die zweite Taufpatin war eine Marie Magdalena Gerlaci BARCHON von Schloss Hasselbach. Diese Maria Magdalena war die Frau des Gerlach Barchon II aus Hasselbach, dessen Taufpate ja Gerlach aus Seelenberg, war!

Zu dem Herkunftsort "Schloss Hasselbach" ist zu sagen, daß es seit dem 1500 Jahrhundert in Hasselbach wirklich ein Schloss mit einer Befestigungsmauer rund um das Dorf gab. Das Schloss ist erst Mitte des 19. Jahrhundert's verfallen. Es war ein stattliches Schloss, soweit man das auf den alten Zeichnungen ersehen kann. Entweder hat die Familie Gerlach Barchon II und Maria Magdalena auf diesem Schloss gewohnt und waren dort in Diensten, oder sogar dort Verwalter. Das bedarf aber noch weiterer Nachforschungen.

Wilhelm BARCHON war lange Jahre Schultheiss in Seelenberg, wie sein Großvater Gerlach, der Ja 1. Schultheiss war und sein Vater, der Schöffe war. Man sagt heute noch in Seelenberg zu dem Urhaus der Barchon's aus der Gründerzeit dass "Schulzehaus", also Schulheissen­haus. Auch in der nächsten Generation war der Sohn des Wilhelm, auch Wilhelm getauft, Schultheiss.

Zu den 6 Kindern des Wilhelm Barchon ist zu sagen, dass mit dem 5. Kind, ELISABETHA, der Name BARCHON erlischt und nun zu BARGON wird. Schon das letzte Kind Joanes ist mit BARGON im Kirchenbuch eingetragen.

Zu den Taufpaten der Kinder des Wilhelm ist zu sagen, daß die Taufpatin von Peter, eine Margaretha BARCHON aus Hattstein ist und von Elisabetha, eine Elisabetha MOLITRIX aus Hattstein ist. Weiter kommt der Taufpate von Joanes auch aus Hattstein. Zur Erklärung von Hattstein ist zu sagen, dass Hattstein kein Dorf war oder ist, sondern eine Burg in der Nähe von Seelenberg. In welchem Verhältnis die Taufpaten der BARCHON's zu der Burg standen kann nicht gesagt werden, es kann nur spekuliert werden. Jedenfalls wohnten sie dort. Die Taufpatin Elisabetha MOLITRIX kam auch aus dem Lütticher Land und war Wallonin. Also im Jahre 1768 wird aus BARCHON nun BARGON, bis zum heutigen Zeitpunkt.

Joan (Johann) BARG0N

Mit Johann geht der Name BARCHON zu Ende. Auch ist er es, der von Seelenberg wieder zum Ursprung seiner Familie (Georges BARCHON mit Gerlach, Matthieu, Henri? und Pirotte?) nach Hasselbach zurückkehrt.

Er hat im Jahre 1791 in Hasselbach geheiratet, hat offensichtlich aber noch bis zu Jahre 1795 in Seelenberg gewohnt. Seine ersten beiden Kinder Matthias und Joseph sind noch in Seelenberg geboren,  Josepf im Jahre 1795. Erst das nächste Kind ist 1800 in Hassel­bach geboren. Also muss der Umzug nach 1795 geschehen sein. Sein erstgeborener Sohn Matthias ist sogar in Seelenberg geblieben, oder hat wieder dort geheiratet, da er als Einziger der Kinder dort 1836 gestorben ist. Er war in Seelenberg verheiratet, hatte 1 Sohn und eine Tochter und von Beruf Schneider.

Mit diesem Joan (Johann) BARGON geht also der Name BARCHON zu Ende und die Seelenberger Linie zweigt wieder nach Hasselbach zurück.

Von ihm aus bleibt nun Hasselbach für die nachsten 5 Generationen der Herkunftsort, bis dann mit Jakob BARGON 1922 die Linie der BARCHON-BARGON nach Haintchen gezogen wird.

Weitere Erläuterung habe ich mir gespart, weil diese nun die etwas "neuere Zeit" betreffen und hierüber nun alles ja bekannt ist.

Die Geschwister des Jakob BARGON haben die engere Heimat verlassen und sind in weitere Regionen verzogen, so Josef BARGON nach Bad Godesberg, Katerina BARGON nach Niedernhausen,  Anton BARGON nach München,  Bruder Peter BARGON ist im 1. Weltkrieg gefallen. Bleibt nun als einzige Linie die des Jakob BARGON in Haintchen und Umgebung.

Dorndorf, den 28. August 2006,

Hans-Joachim BACKES, Sohn von Maria Backes geb. BARGON